Angel-Sportverein Bendorf 1923 e.V.
Angel-Sportverein Bendorf 1923 e.V.

Vereins - Chronik

 

 

Von Hans Jakob Bähr

 

Die Gründungsjahre

Nach dem ersten Weltkrieg fand der Angelsport, d.h. die Fischerei sportlich ausgeübt, immer mehr Verbreitung, da er bis dahin weitgehend unbekannt war und nur vereinzelt ausgeübt wurde. In dieser Zeit war es für den interessierten Sportangler schwierig, die Genehmigung zur Ausübung dieses Sportes zu erhalten. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, fanden sich immer mehr Gleichgesinnte zusammen. Darum wurden in den 20er Jahren viele Angelsportvereine gegründet.

So auch in Bendorf, wo zu Jahresbeginn 1923, in der Gaststätte Rudolf Geißler in der Bergstraße, 14 interessierte Sportangler zur Gründungsversammlung zusammenkamen. Der Verein erhielt den Namen „Angler-Club Bendorf“.

 

Der Gründungsvorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender:                   Anton Kill

Schriftführer:                  Berthold Schulz

Kassierer:                          Karl Dannenberger

 

Den Angelsport zu hegen und zu pflegen, die Vereinsmitglieder sport- und waidgerecht auszubilden, die Beschaffung von Angelgeräten und Erlaubnisscheinen zu ermöglichen und vor allem die Geselligkeit zu fördern, waren die Eckpunkte der Vereinssatzung.

 

Der junge Verein fand bei den Bendorfer Bürgern enormen Zuspruch und zählte 1925 schon 75 Mitglieder. Danach aber, so ist den noch vorhandenen Vereinsbüchern zu entnehmen, ging die Mitgliederstärke zurück. Die Arbeitslosigkeit machte sich wohl in dieser Zeit besonders bemerkbar und so zählte der „Angler Club“ 1929 nur noch 36 Mitglieder. 1925 wählte man das „Gasthaus Oster“, Engersport, zum Vereinslokal. Hier ist zu erwähnen, daß sich unser heutiges Vereinslokal in den gleichen Mauern befindet, nämlich das Gasthaus „Zur Guten Quelle“. Ab 1928 wechselte man 

nicht nur in das Gasthaus „Rheinau“ (Metternich), sondern nannte sich nach einer Satzungsänderung „Angelsportverein Bendorf“.

Der Verein schloß sich dem Kreisfischereiverein Neuwied an und wurde ab 15. Juli1933 Mitglied des Reichsbundes Deutscher Sportfischer (RDSF). Der Jahresbeitrag betrug in dieser Zeit 3 Mark. Die im Januar 1936 gegründete Jugendgruppe mußte im Dezember  1937 wieder aufgelöst werden.

Die ersten Preisfischen innerhalb des Vereins fanden ab 1928 statt und der Besuch bei Vereinen in der Nähe ließ nicht lange auf sich warten. Sogenannte Stiftungsfeste in Verbindung mit Preisfischen wobei meist auf der anderen Rheinseite, in den „Kribben“ bei St. Sebastian, geangelt wurde, gestalteten das Vereinsgeschehen.

Der 2. Weltkrieg

In dieser Zeit sank die Mitgliederzahl auf 20 bis 30. Neuzugänge waren selten einzutragen, in den alten Büchern stand häufig in den Mitgliederlisten „Fand den Soldatentog“ oder „Gefangenschaft“. Von 1943 bis 1946 kam das Vereinsleben zum Erliegen. Nach Kriegsende aber stieg wohö wegen der Knappheit an Lebensmitteln das Interesse zum Angeln und jeder Fang wanderte in den Kochtopf oder diente als Tauschware.

Ich erlaube mir an dieser Stelle, mich kurz an die Erzählungen meines Großvaters zu erinnern, der als leidenschaftlicher Raucher son manchen Fisch gegen Zigaretten tauschte. Im Dezember 1946 fand eine Versammlung tzr Neuorientierung des Vereinslebens statt und der Verein konnte seinen satzungsgemäßen Aufgaben wieder gerecht werden.

Den Vorstand bildeten nun:

1. Vorsitzender:   Josef Stahlhofen

2. Vorsitzender:   Peter Bleidt

Kassierer:              Anton Pfaffenhausen

Schriftführer:       Hans Pfaffenhausen

Sportwart:             Heinrich Neutzling

Gewässerwart:     Georg Mülhöfer

 

Josef Stahlhofen, der seit 1938 den Verein durch die schwerste Zeit der Vereinsgeschichte führte und bis 1953 das Amt des 1. Vorsitzenden inne hielt, ist hier wohl besonders zu nennen.

50-er Jahre

In diesem Zeitraum blühte der Verein nicht nur die Mitgliederstärke betreffend, auf.

1952 wurde das erste Sommerfest in der Rheinanlage gefeiert, an das sich die älteren Bendorfer sicherlich noch erinnern können. Aus diesem Sommerfest, dessen Vorgänger vermutlich die Stiftungfeste waren, wurde 1956 das

„Rhein und Fischerfest“, das, um wetterunabhängig zu werden, in einem Festzelt stattfand.

Das Fest erfreute sich großer Beliebtheit, so daß die Fähre Schoor auch Gäste aus St. Sebastian zu uns nach Bendorf brachte.

Die Damen integrierten sich zunehmend ins Vereinsleben und so fanden lange Jahre „Damenangeln“ statt.

Preisfischen innerhalb des Vereins und Bustouren zu befreundeten Vereinen sorgten für Abwechslung im Alltagsgeschehen.

Am Rosenmontagszug beteiligten sich die Petrijünger mit Fußgruppen oder Festwagen und eigene Karnevalssitzungen wurden durchgeführt.

1957 wurde das Hotel „Zum roten Ochsen“ Vereinslokal und im Jahr 1966 das Hotel „Zur Post“. Am 1. Juni 1958 schloß sich der Verein dem Landesverband der Sportangler Rheinland-Pfalz e.V. an und automatisch dem Dachverband der Angler, dem Verband Deutscher Sportfischer.

60-er Jahre

1960 betrug der Jahresbeitrag 7.80 DM. Eine Fischerprüfung war keine Pflicht, Ende des Jahres 1966 legten 60 Mitglieder freiwillig eine Fischerprüfung ab. Damit die Jungangler nicht immer bei den „alten Hasen“ mitfischen mußten, gründeten die Verantwortlichen 1966 eine neue Jugendgruppe, die 9 Jugendliche umfaßte und einmal das Erbe der „Regierenden“ antreten sollten.

Am 14. Januar  1967 beschloß der Verein eine neue Satzung und ist unter dem Namen „Angelsportverein Bendorf 1923 e.V.“ beim Amtsgericht in Koblenz eingetragen. Den Vorsitz hatte in dieser Zeit Heinrich Speier inne, der 13 Jahre lang den Verein bis 1968 führte.

1964 konnte die Landesmeisterschaft in der Einzelwertung und Mannschaftswertung errungen werden. 1. Einzelsieger war Heinz Wambach, Mannschaftssieger: Heinz Wambach, Kurt Gansauge, Heinrich Speier sen., Hans Bähr und Peter Schneider.

Sehr erfolgreich waren die Jungangler des ASV 1965 in Oppenheim. Max Werner Wambach gewann als 1. Einzelsieger die Landesgruppenmeisterschaft und mit Franz Schneider und Karl Heinz Wenig die Mannschaftswertung. 1968 konnte die Landesmeisterschaft zum zweiten Mal in der Einzel- und Mannschaftswertung gewonnen werden. 1. Einzelsieger Hans Bähr, Mannschaftssieger: Hans Bähr, Heinz Wambach, Peter Speier, Jakob Speier und Karl-Heinz Neiß.

70-er Jahre

Die 70er Jahre und ein eigenes Vereinsgewässer

 

Im Jahre 1971 wechselte der Verein wieder in das Hotel „Zum Roten Ochsen“ und blieb dort bis zu dessen Schließung Anfang 1983. Seit dem 30. Januar 1983 ist, wie schon erwähnt, das Gasthaus „Zur  Guten Quelle“ unser Vereinslokal.

Das „Rhein- und Fischerfest“ mit dem dazugehörigen Wettfischen, das nicht alljährlich durchgeführt wurde, fand durch den Bau des Rhein-Stadions und Umgestaltung der Rheinstraße nun auf dem Parkplatz am Stadion statt. Getrieben von der Verschmutzung de Rheins, dessen Fische inzwischen nicht zu den „Saubersten“ zählten, strebte die Vereinsspitze den Bau eines eigenen Weihers im Brexbachtal an, leider ohne Erfolg.

1974 konnte der Blumentalweiher in Breitenau gepachtet werden, der umgeben von einer herrlichen Landschaft das Angeln in Ruhe und Erholung ermöglichte. Dies entging den Anglern aus Breitenau und Umgebung nicht und so traten einige interessierte Westerwälder in den ASV ein. Der Verein wuchs auf ca. 90 Mitglieder an.

Für diesen Zeitabschnitt sei zu erwähnen, daß Günther Hahn von 1969 bis 1982 den ASV leitete. Kurz auflisten möchte ich an dieser Stelle die bedeutendsten sportlichen Erfolge, die bei so vielen Aktivitäten nicht ausgeblieben und ein von Kameradschaft flankiertes Vereinsleben voraussetzten. Bei den Wettfischen errangen unsere Damen beachtliche Erfolge. 1975 gewannen sie in Nassau an der Lahn die Landesmeisterschaft in der Einzel- und Mannschaftswertung. Einzelsieger war Waltraud Speier, Mannschaftssieger: Waltraud Speier, Hannelore Waldorf und Käthe Hinz. 1977 in Kobern und Lahnstein und 1979 in Würzburg errangen Waltraud Speier, Hannelore Waldorf und Brigitte Hachmer die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Fließwasserfischen, nachdem sie sich auf den Landesausscheidungen qualifiziert hatten. 1978 wurden die drei ASV´ler Vize-Mannschaftsmeister in Berlin sowie 1980 in Bibesheim. 1981 belegten sie in Krefeld den 3. Platz.

 

Gerade in Berlin fühlten sich die Bendorfer Sportfischer besonders wohl und so kam es zu einer freundschaftlichen Beziehung zwischen Angler-Clubs vom Tegeler See und dem Rheinland. Es fanden jährlich an verlängerten Wochenenden gegenseitige Besuche statt, die sehr herzlich verliefen. Zur Ehrenrettung der Herren ist die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Ludwigshafen 1977 zu nennen. Es errangen im Stillwasser die Kameraden Dieter Müller, Karl-Heinz Presch, Heinz Raab, Peter Speier und Jakob Waldorf den Siegertitel. In diesen Jahren besuchten die Aktiven viele Fischen in der Umgebung und waren oft an der Spitze der Siegerlisten zu finden.

Die Angelgeräteindustrie hatte sich in den letzten 15 Jahren enorm entwickelt. Die Zeiten des Bambusruten ist nun lange vorbei, moderne Kohlefaserruten und verfeinerte Anfütterungsmittel sowie dünne, sehr starke Angelschnüre eroberten die Herzen der Petrijünger, nicht nur in Bendorf.

In der selben Zeit ging leider der Besuch unseres Rhein- und Fischerfestes immer mehr zurück. Auch das Verlegen vom Rheinstadion zum heutigen Yzeurer Platz änderte letztendlich nichts daran. Nach den Gründen zu suchen wäre müßig, denn mehrere Feste an aneinander folgenden Wochenenden konnten auf Dauer nicht bestehen.

80-er Jahre

Die 80er, Reformen und umdenken

Bei der Durchführung des Fischerfestes wechselte man Mitte der 80er auf einen zweijährigen Rhythmus und feierte das dreißigste und letzte Fischerfest 1988, Im darauf folgenden Jahr konnten die „erprobten“ Mitglieder ihre Erfahrungen bei der Ausführung von Festlichkeiten beim 1. „Landes-Fischereitag ´89“ unter Beweis stellen.

Das sogenannte „Hammer Urteil“ sorgte im gleichen Jahr für viel Wirbel bei den Wettfischern. Dabei wurde per Gerichtsbeschluss das „Wettfischen“ als solches verboten. Eine Neuorientierung der Angelfischerei folgte, im Nachhinein gesehen sicherlich eine Entscheidung , die unumgänglich war. Im Jahr 1985 wurde der Blumentalweiher in Breitenau abgegeben, dessen Damm Schäden aufzeigte. Schon im darauf folgenden Jahr konnte der Baggersee der Firma Kann, im Engerser Feld, gepachtet werden und die Vereinsmitglieder mussten sich einer neuen Herausforderung stellen. Eine größere Besatzmaßnahme und so manches dies und das gingen sehr zu Lasten der Vereinskasse.

Durch den Wegfall des Fischerfestes entschieden sich die Verantwortlichen, ab 1988 am Bendorfer Weihnachtsmarkt teilzunehmen, aber nicht, wie es wohl naheläge, Fisch zum Verzehr anzubieten, nein, wir gingen erfolgreich unter die Waffelbäcker und das bis heute. In diesem Zeitabschnitt hatte der Verein ca. 100 Mitglieder und Gerd Böhm war von 1983 bis 1994 1. Vorsitzender. Regelmäßig führten die lizensierten Ausbilder des ASV eigene Lehrgänge zur Sportfischerprüfung durch, wobei Interessenten nicht nur aus Bendorf die immer schwieriger werdende Prüfung ablegten.

B E I M  30.  F I S C H E R F E S T  W A R  S C H L U S S

 

EINE ALTE TRADITION

GING 1988 ZU ENDE.

 

 

1952 wurde das erste Fischerfest gefeiert, damals noch unter dem Namen Sommerfest des ASV Bendorf. Die Idee ging von dem damaligen Bürgermeister der Stadt Bendorf, Georg Bauer, aus. Hintergrund war wohl, daß an diesem Wochenende die Kirmes in St. Sebastian stattfand und das Feuerwerk dort eine kostenlose Beigabe darstellte und zu den Höhepunkten des Fischerfestes zählte. Damit stand auch der Termin fest, nämlich immer das 3. Wochenende im August. 1982 sollte nach dem 24. Mal mit dem Fischerfest schluß sein und eine alte Tradition beendet werden. Wenn man nachrechnet, findet man schnell heraus, dass das Fischerfest eigentlich schon viel älter war. Die Erklärung ist einfach. In einigen Jahren mußte das Fest wegen schlechtem Wetter abgesagt werden. Wenn man den Erzählungen der schon etwas älteren Bendorfer Glauben schenken darf, war das Fischerfest in Bendorf neben dem Karneval und der Kirmes das Schönste und Beliebteste der Feste. Doch Tatsache war, dass im Laufe der Jahre der Besuch unseres Fischerfestes immer mehr zurück ging. Heute nach den Gründen zu suchen wäre sicher müßig, mag es an der immer schnelllebigen und modernen Zeit gelegen haben, auch mal am schlechten Wetter, an den Schulferien, am weiten Weg runter zum Rhein, oder die Sorge um den Führerschein, oder an was auch immer. Die Mitglieder hatten sich gemeinsam mit dem Vorstand entschieden, es sollte kein Fischerfest mehr ausgerichtet werden. Wer kann es ihnen im Nachhinein verdenken, Monate der Vorbereitungen, Zeltauf- und Abbau, viele anstrengende Tage Arbeit und am Ende kein Erfolgserlebnis, bei einigen der Feste mußte sogar Geld aus der Vereinskasse dazugezahlt werden. Doch es kam alles ganz anders. 1983 kam im ASV einiges zusammen, es wurden neue Leute in den Vorstand gewählt, mit ihnen wurden neue Ideen geboren, kurz gesagt, die Mitglieder konnten neu motiviert und überzeugt werden, dass zumindest 1983 nochmals ein Fischerfest stattfinden sollte. Hintergrund war zum einen, dass der ASV in dem Jahr seinen 60-jährigen Geburtstag feierte und zum anderen, es sollte zum 25. Mal Fischerfest gefeiert werden.

Und es wurde gefeiert, das 25-jährigeFischerfest sollte eines der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte werden. Die Bendorfer Bevölkerung, die Ortsvereine, unsere befreundeten Angelvereine, alle kamen und nahmen die geänderte Form des Festes an. Was war geschehen? Man war vom Rhein auf den Vorplatz der Turnhalle „An der Seilerbahn“ gezogen und somit in der Stadtmitte. Wer nun glaubte, eine alte Tradition könnte fortgesetzt werden, sah sich getäuscht, alles kam anders als gedacht. 1984 ging der Umsatz wieder drastisch zurück, andere Vereine und Organisationen entdeckten den günstigen Termin für sich. Ein Fest löste das andere ab und dem Verfasser klingt der Ausspruch des damaligen Ehrenvorsitzenden Günter Hahn noch in den Ohren: „Wem sollen die Leute denn ihr Portemonnaie leihen“. Jede Woche ist was anderes. Der alte Zustand war wieder hergestellt, was tun? Man einigte sich auf einen 2-Jahresrhythmus, um nicht mit den Terminen der anderen zu kollidieren. Aber auch diese Variante bewährte sich nicht und man ging dazu über, um zumindest die Tradition des Gemeinschaftsfischens mit unseren befreundeten Vereinen aufrecht zu erhalten, diese Veranstaltung in der Turnhalle abzuhalten, unter Einbeziehung der Bevölkerung, und es wurde nach wie vor „Fischerfest“ genannt.

1988 wurde nochmals ein Versuch gestartet, das 30. Fischerfest der Vereinsgeschichte. Fazit, es hatte sich nichts geändert, das Ergebnis war unbefriedigend und man hatte im wahrsten Sinne des Wortes „die Schnauze voll“.

Der Vorstand des ASV und seine Mitglieder mußten sich, um Schaden vom Verein abzuwenden, den geänderten Verhältnissen und auch den geänderten Bedürfnissen beugen. Es sollte bis heute das letzte Fischerfest der Vereinsgeschichte des ASV gewesen sein. „Schade“.

Gerd Böhm

90-er Jahre

Die 90er, die Jugend blüht auf.

 

Die zunehmend auflebende Vereinsjugend nahm nicht nur an Zeltlagern der übergeordneten Verbände teil, sondern führte auch eigene durch, wobei das vereinseigene Zelt nicht fehlte.

Es erklärten sich immer genügend Helfer bereit, die diese Maßnahmen flankierend unterstützten. Stellvertretend sind hier die Zeltlager in Olpe, Wissen und Vallendar zu nennen.

Die Mitgliederstärke der Jugendgruppe betrug zwischen 16 und 22, wobei im Jubiläumsjahr eine Stärke von 16 Junganglern zu verzeichnen ist. Ich denke, auf die Jugendarbeit innerhalb des Vereins stolz sein zu können, da doch im Zeitalter von Hi-Fi, Computer und Co. Der heutigen Jugend eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung steht.

1991 schafften sich alle Aktiven Hälterboxen mit Sauerstoffgeräten an, um die bei Vereinsangeln gefangenen Fische in das Vereinsgewässer umsetzen zu können. Für diese Maßnahme erhielten wir u.a. den 

Umweltpreis des Landesverbandes. 1993 feierte der Verein im kleinen Rahmen seinen siebzigsten Geburtstag und führte zum wiederholten Mal den Landesfischereitag in der Halle am Yzeurer Platz durch, wobei am Rheinstadion die Castingmeisterschaft ausgetragen wurde und wir dabei gute Erfolge verzeichnen konnten. Im gleichen Jahr übernahmen wir die Patenschaft für den Brexbach, dessen Wehr in Nähe des Sayner Schlosses im Rahmen des „Lachsprogramm 2000“ nun umgestaltet wird.

Beim Bundesfischereitag 1994 in Müden an der Mosel fing unser jetziger Vorsitzender, Peter Speier, den größten Fisch und erhielt dafür den Titel „Bundesfischerkönig“. Mit der Verdienstnadel des Landes Rheinland-Pfalz wurden unser Vorsitzender, Peter Speier, und der Ehrenvorsitzender, Gerd Böhm, für ihre Verdienste um die Angelfischerei ausgezeichnet. Peter Speier übt seit vielen Jahren das Amt des Gewässerwartes beim BSV-Koblenz und Sportfischerverband Rheinland (SFVR) aus. Als geprüfter Gewässer- und Umweltschutzwart sowie als Übungsleiter im Breitensport (Casting) fungiert er auch außerhalb der Grenzen von Bendorf.

Gerd Böhm (links) und Peter Speier erhielten für ihre Dienste in der Angelfischerei die Verdienstnadel des Landes Rheinland-Pfalz, 1994

 

Gerd Böhm übt die Ämter des BSV-Vizepräsidenten sowie des 1. Vorsitzenden des SFVR aus. Als Referent für Ausbildung im Landesverband Rheinland-Pfalz ist er in vielen Ecken unseres Bundeslandes für die Fischerei unterwegs. Ferner ist er als Fischereiberater der Stadt Koblenz und des Landkreises Mayen-Koblenz tätig.

In den letzten Jahren investierten viele Mitglieder unzählige Arbeitsstunden in das ca. 32 ha große Vereinsgewässer. Inzwischen ist aus dem ehemaligen Baggersee ein ansprechendes Angelgewässer gewachsen. Die erste „Pflanzaktion“ mit Schwimmblattpflanzen, die leider nicht zum erwünschten Erfolg führten, fand 1992 statt. Erfolgreich dagegen verlief das Anpflanzen von Schilf- und Rohrkolbengewächsen, die heute die Uferzonen festigen sowie den bei starkem Wind doch erheblichen Wellenschlag von den Böschungsbereichen fernhalten und einigen Vogelarten als Lebensraum dienen. Ein am Vereinsgewässer gelegenes Vereinsheim, das im letzten Jahr renoviert 

und von einigen Mitgliedern mühevoll verschönert wurde, dient unter anderem am 1. Mai als Anlaufpunkt beim „Familienwandertag“. Beachtenswert ist die gute Wasserqualität des Sees und deshalb auch der Geschmack der Fische. Leider werden die Besatzmaßnahmen, die finanziell gesehen nicht unerheblich sind, von den verstärkt vorkommenden Kormoranen erheblich beeinträchtigt. Abschließend zum Vereinsgewässer möchte ich aber doch festhalten, dass wir viele entspannende und erholsame „Anglerstunden“ am See verbringen konnten und dabei manch prächtige „Geschuppte“ für den Kochtopf überlistet haben. Die heute wichtigsten Veranstaltungen des Vereins seien hier noch einmal festgehalten: Es sind der Wandertag am 1. Mai, geselliges Mitternachtsfischen, Sommerzeltlager der Jugend, Vorbereitungslehrgänge zur Sportfischerprüfung, Nachtangeln der Jugend, Seefest am Ver4einsgewässer, interne Gemeinschaftsfischen mit dem ASV Neuwied, Vereinsausflug und die Jahresabschlußfeier. Im Jubiläumsjahr zählt der ASV 105 Mitglieder, wobei sich der Vereinsvorstand wie folgt zusammensetzt:

 

Geschäftsführender Vorstand

1. Vorsitzender:                           Peter Speier

2. Vorsitzender:                          Karl Heinz Schäfer

Schatzmeister:                            Manfred Arzbach

Geschäftsführer:                        Hans Jakob Bähr

Erweiterter Vorstand

Abteilungsleiter Fischen:          Waltraud Speier

Abteilungsleiter Sport:               Detlef Pacyna

Gewässerwart:                              Kai Lambert

Beisitzer:                                       Heinz Schönwälder

Abteilungsleiter Jugend:           Kurt Pacyna

                                                         Helmut Stein

Ehrenvorsitzender:                     Gerd Böhm

 

Zu dieser Chronik, die nun ein „dreiviertel“ Jahrhundert umfasst, erlauben Sie mit abschließend, liebe Leser, einige Zeilen von unserem verstorbenen Kameraden Willi Cattepoel aufzugreifen, welche er anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens verfasste und die mir persönlich ganz besonders aus der Seele sprechen und zudem fünfundzwanzig Jahre später immer noch ihre Gültigkeit haben. „Fünfundsiebzig Jahre sind nur eine verschwindend kurze Zeitspanne, gemessen am eigentlichen Alter der Fischerei, die so alt wie der Mensch selbst ist“. Natürlich trug die Fischerei beim Urmenschen in erster Linie zur Sicherung seiner Ernährungsgrundlage bei. Der hierdurch erwachte Urtrieb zur Jagd und Fischerei ist dem Menschen bis auf den heutigen Tag verblieben und bildet den Ursprung zur heutigen Sportfischerei.

Funde aus der Steinzeit geben bereits Kund über den Gebrauch von Angelhaken, die aus Knochen, Horn oder Zähnen gefertigt waren. Von da ab bis zum heutigen modernen Fanggerät vergingen viele Jahrtausende.

Heute hat die handwerkliche und industrielle Fertigung ein Ausmaß angenommen, wie es sich der Nichtkenner kaum vorzustellen vermag. Wie viele wissen schon etwas von Teleskopruten, Stationär- und Multirollen, Blinkern, Streamern, Leuchtposen, flureszierenden Schnüren und wie die tausend Dinge sonst alle heißen. Es bedarf schon beachtlicher Kenntnisse auf fischkundlichem Gebiet, um das für die jeweilige Fangmethode geeignete Gerät auszuwählen. Das wiederum muß der unterschiedlichen Verhaltensweise der einzelnen Fischarten angepaßt sein, wobei zudem die Beschaffenheit des Fischgewässers, dessen Tiefe und Strömung, vor allem auch dessen Art, ob See, Teich, Strom, Fluß oder Bach, zu beachten ist. Noch eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei die jeweilige Wetterlage und Wassertemperatur.

Mit all diesen Momenten muß der Sportangler vertraut sein, will er zu einem waidgerechten Erfolg kommen. Das Allein schon macht die Sportfischerei spannend und interessant und widerlegt die ihr vielfach nachgesagte Langweiligkeit. Man verwechsle den waidgerechten Sportangler nicht mit jenen, die mit primitivem Gerät, oft stundenlang und dazu noch an durch Industrie- und Kanalabwässer verschmutzten Wasserstellen, „im Trüben fischen“. Sie sind es, die den Karikaturisten den Stoff für die Witzblätter liefern und den Angler zur Würmer badenden Spottfigur machen.

Der wirkliche Sportangler ist aus ganz anderem Holz. Nicht materieller Nutzen zieht ihn ans Wasser, sondern der Hang zum fischgerechten Waidwerk. Ihm ist das Angeln nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck.

Nicht die Beute beeindruckt ihn, sondern die unvergleichlichen Reize der Natur. Abseits vom Getriebe des Alltags, in reiner Luft am Gewässer, am stillen See oder dem munter daher plätschernden Bach wird dem Angler inniger Naturgenuß zuteil. Er liebt die Einsamkeit, das „Sich-Eins-Fühlen“ mit dem Urquell allen Lebens: Wasser, Sonne, Wind und den stummen Geschöpfen in der Tiefe. Das macht ihn glücklich, frei und zufrieden, auch wenn ein ganzer Angeltag keinen einzigen Fisch brachte.

Das dem Laien meist Unverständliche, mit ausgestreckter Angelrute oft stundenlange Verharren am Wasser, wird dem Angler zu einem prickelnden Erlebnis. Jede Bewegung des sich der Angel nähernden Fisches wird ihm übermittelt und geht über Rutenspitze und Schnur in seine Hand über.

So setzte er sich in stummer Zweisprache mit dem scheuen Schuppenwild, das in der Tiefe seinen Blicken entzogen ist, auseinander. Derart eingefangen vom Jagd- und Fangbetrieb entflieht der Angler  in völliger Gedankenablenkung den Sorgen und Lasten des Alltags. Losgelöst von der Hetze einer zermürbenden Umwelt findet er Ruhe und Entspannung als heilsames Gegengewicht gegen die Mechanisierung des Menschen durch das heutige Erwerbsleben.

Diese Anti-Streß-Wirkung ist für den in unserer anstrengenden Industriegesellschaft überforderten Menschen von höchster gesundheitlicher Bedeutung. Uns Sportangler erfüllt es mit besonderer Genugtuung, eine Sportart auszuüben, die bis in die fernsten Winkel der Erde verbreitet ist. Über Jahrtausende hinweg bis zurück zur Urzeit obliegt der Mensch dem edlen Brauch der Fischwaid, die zudem von frühester Jugend an bis ins hohe Alter ausgeübt werden kann. Welche andere Sportart vermag Gleiches von sich zu sagen?

Blicken wir zurück auf den Ursprung unseres Angelsports, so sind wir uns bewußt, mit dessen Ausübung einer ehrwürdigen Tradition zu folgen, deren Pflege uns bindende Verpflichtung ist.“

 

2000-er Jahre

Mit Beginn 01. Januar 2008 wurde der  Silbersee im Engerser Feld als Vereinsgewässer für die fischereirechtliche Nutzung gepachtet.

 

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2017

 

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ES WAR EINMAL!

 

„Der Silbersee“

 

Aus den bekannten Gründen endet der Pachtvertrag am 30. Juni 2017.

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